Jugend macht sich stark fürs Asylcafé

Die Musik des jungen Percussion-Ensembles der Musikschule machte einfach gute Laune.

Die flotten Rhythmen des jungen Percussion-Ensembles der Musikschule (im Hintergrund) machten einfach gute Laune.

Das November-Asylcafé stand ganz im Zeichen der Jugend, die sich bei dem monatlich stattfindenden Treffen für Einheimische und Flüchtlinge immer stärker engagiert. Das fing schon beim Büffet an: Realschüler und -schülerinnen hatten für die Gäste frisches Gemüse als „Fingerfood“ geschnippelt und angerichtet, und die gesunden Snacks fanden großen Anklang. Auch um die Kinderbetreuung kümmerten sich die jungen Ehrenamtlichen. Im Workshop der Konfirmanden/innen wurde gebastelt, schon ganz im Zeichen der beginnenden Adventszeit.
Nachwuchsperkussionisten der Musikschule Neustadt brachten Stimmung in den großen Saal des Evangelischen Gemeindezentrums. Fröhliche Rhythmen luden zum Mitklatschen ein. Doch auch für Gespräche war genug Zeit. Längst sitzen Einheimische und Flüchtlinge im Asylcafé wirklich gemeinsam an den Tischen – Unterkunftspatenschaften, Sprachkurse, Freizeitangebote und vieles mehr haben die Menschen zusammengebracht.

Engagement der „Konfis“ gewürdigt

Bei der Kinderbetreuung brachten sich die "Konfis" regelmäßig ein. Foto: Luca Jelitto

Bei der Kinderbetreuung brachten sich die „Konfis“ regelmäßig ein. Foto: Luca Jelitto

Dieses Mal standen beim Asylcafé die Konfirmandinnen und Konfirmanden im Mittelpunkt. Sie spendeten 820 Euro für den Treffpunkt, bei dem sich Einheimische und Flüchtlinge begegnen und kennenlernen können. Für das Geld sollen Spiele und Bastelmaterial für die Kinder angeschafft werden, die den jungen Leuten besonders am Herzen liegen. Fünf „Konfis“ hatten in den zurückliegenden Monaten schon regelmäßig an der Betreuung der Flüchtlingskinder mitgewirkt.

Für musikalische Untermalung des Begegnungsnachmittags war die Musikantenschänke angereist, die sich auch am Sonntag, 25. Oktober, von 14 bis 16.15 Uhr in der Rangauhalle in Markt Erlbach mit einem Volksmusik-Nachmittag zugunsten der Markt Erlbacher Flüchtlingshilfe engagiert.

Leckeres Gebäck gab es wie jedes Mal von Bäckerei Bräuninger, die das Asylcafé damit immer fantastisch unterstützen, sowie von vielen ehrenamtlichen Kuchenbäckerinnen und -bäckern. Dafür an dieser Stelle allen ganz herzlichen Dank!

Bei nordbayern.de ist ein toller Artikel über das Asylcafé und das Engagement der Konfirmandinnen und Konfirmanden erschienen.

Unterstützerkreis wächst

Die Aufgaben in der Flüchtlingshilfe wachsen – die Angebote des Unterstützerkreises wachsen mit. Neben Freizeitangeboten, Fahrdienst, Dolmetschen und Begleitung bei Behördengängen hat sich längst schon die Fahrradwerkstatt etabliert, die jedoch dringend Unterstützung von handwerklich begabten Bastlern benötigt. Das Angebot an Sprachkursen für Erwachsene ist ebenfalls deutlich größer geworden: Inzwischen werden sieben Kurse angeboten, viele der ehrenamtlichen Lehrer/innen arbeiten dabei im Zweierteam. Kinder werden über Sprachpatenschaften und Hausaufgabenhilfe beim Deutschlernen gefördert und ihre Familien bei der Anmeldung im Kindergarten und in der Schule unterstützt. Ganz wichtig sind auch die Unterkunftspaten als feste Ansprechpartner, die die Menschen in den Unterkünften regelmäßig besuchen. Auch eine Sammelstelle für Sachspenden soll es in Kürze geben. Ein weiteres Team kümmert sich um die Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzsuche.

Dank des Engagements vieler Freiwilliger ist so in und um Neustadt im Laufe des letzten halben Jahres ein engmaschiges Netz an Hilfsangeboten entstanden. Doch der Unterstützerkreis sucht weiter Ehrenamtliche, die in den verschiedenen Aufgabenbereichen mithelfen möchten. Interessenten können sich melden bei Dr. Christiane Wolfart: c.wolfart@gmx.net

Bewegende Bilder, bewegende Gesten

Die Geburtstagstorte fürs Asylcafé war ein Hingucker - und sie schmeckte fantastisch. Foto: Hadlich

Die Geburtstagstorte fürs Asylcafé war ein Hingucker – und sie schmeckte fantastisch. Foto: Hadlich

Es waren beeindruckende Bilder, die die Gäste beim 12. Neustädter Asylcafé zu sehen bekamen. Ein Syrer aus Markt Erlbach hatte sie in einer rund 20-minütigen Präsentation zusammengestellt. Sie zeigten ein Land, das sich die meisten Europäer so wohl nicht vorgestellt hatten: Syrien vor dem Bürgerkrieg. Grüne Olivenhaine, imposante Gebirgszüge, mächtige Flüsse, die das regenarme Land im Überfluss mit Wasser versorgen, und vor allem Städte, die von großem kulturellen Reichtum zeugen. Umso schockierender traf die Zuschauer der Kontrast zu den Bildern, die danach folgten und die wir auch aus den Nachrichten kennen: Trümmerwüsten, wo vorher palmengesäumte Boulevards waren, Ruinenstädte. Und ohne dass die menschlichen Schicksale, die Verfolgung, der Terror überhaupt erwähnt wurden, begannt man zu ahnen, was Flucht und der Verlust der Heimat bedeuten.

Auch die Berichterstattung in den Medien in den letzten Wochen haben bewirkt, dass das Schicksal der Flüchtlinge in unserer Nachbarschaft die Menschen in der Region nicht gleichgültig lässt. Zahlreiche Unterstützer haben sich gefunden, die sich bei der Betreuung der Neuankömmlinge in verschiedener Weise engagieren. Auch für sie ist das Asylcafé ein willkommener Treffpunkt.

Asylcafe-Sept 2015 043_kNach der einmonatigen Sommerpause haben viele neue Gäste beim 12. Asylcafé die Gelegenheit zum Gespräch und gegenseitigen Kennenlernen genutzt. Doch auch Stammgäste waren gekommen, darunter eine Konditorin, die sich daran erinnert hatte, dass genau vor einem Jahr das Asylcafé zum ersten Mal eingeladen hatte. Sie brachte eine fantastische Geburtstagstorte mit  Kerzen und Zuckerschrift-Widmung vorbei, die nicht nur köstlich aussah, sondern auch wunderbar schmeckte.

Die Kinder wurden wieder liebevoll betreut und konnten aus Fimo schöne Dinge basteln. Außerdem gab es für sie eine Überraschung: Sie wurden von den SPD-Frauen mit Spielzeug-Spenden beschenkt.

Besucherrekord beim 10. Asylcafé

 

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FLZ, 19. Juni 2015

Nein, zehn Jahre existiert das Asylcafé noch nicht, wie irrtümlich in einer Zeitungsmeldung angegeben, aber eine Institution ist es dennoch geworden. Beim zehnten Asylcafé kamen so viele Besucher wie noch nie, darunter zahlreiche Ehrengäste.

Viele Stammgäste waren natürlich auch wieder dabei, Flüchtlinge wie Einheimische. Inzwischen kennt man sich schon, hat das Gefühl des einander Fremd-Seins überwunden. Damit hat das seit September 2014 monatlich stattfindende Treffen einen großen Beitrag geleistet, die Integration der Neuankömmlinge zu fördern – ein Stück gelebte Willkommenskultur. Das Netz der Helfer wird unterdessen immer dichter geknüpft, neue Projekte sind in Planung, die bestehenden Angebote – von Sprachkursen über Fahrdienste bis zu Freizeitaktivitäten – werden rege genutzt.

Eine Bilderstrecke und ausführliche Informationen über das Jubiläums-Asylcafé gibt es auf nordbayern.de.